Wir schaffen das!
Wer kennt ihn nicht, diesen legendären Satz unserer
Bundeskanzlerin in der Bundespressekonferenz vom 31.August 2015 in Berlin im
Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise in Europa. Dabei hatte Sigmar Gabriel mit
einer ähnlichen Formulierung im Vorfeld;
„Frieden, Menschlichkeit, Solidarität, Gerechtigkeit: Das zählt zu den
europäischen Werten. Jetzt müssen wir sie unter Beweis stellen. Ich bin sicher,
wir schaffen das.“ wohl den inhaltlichen Anstoß geliefert.
Ältere unter den geneigten Lesern erinnern sich sicherlich
noch an Helmut Kohls "Wir werden das schaffen" 1990 zur Deutschen
Einheit oder an Barack Obamas "Yes we can" von 2008.
Inhaltlich durchaus ermutigende, positive Sätze. Und
dennoch, es bleibt offen, wer sich hintern dem "Wir" verbirgt.
Angela Merkel jedenfalls kann weder sich, noch ihre
Regierung, gemeint haben. Schließlich hat sie ihren Satz in der Folgezeit, mit
dem Erstarken der Afd und Wahlverlusten der CDU auf Landesebenen, verwässert.
Dennoch, der Satz bliebt richtig, aber nicht wegen, sondern
trotz dieser Regierung, denn auf eines konnte sie sich in der Flüchtlingskrise
verlassen, auf das Ehrenamt. Unzählige Helfer von Feuerwehr, THW, DRK und den
vielen vielen weiteren "Hilfsorganisationen" machten die
Unterbringungen möglich. Hinzu kamen sehr viele private Helferinnen und Helfer,
welche sich bei den Organisationen meldeten und ihre Mitarbeit anboten. Und
natürlich dürfen die vielen hauptamtlichen Kräfte der unteren Ebenen nicht
vergessen werden, die von ihren Dienstherren massiv in die Scheisse geritten
wurden.
Und eines ist gewiss, wir schaffen das auch weiterhin, trotz
Regierung. Aber eines muß auch klar sein. Wer Menschen kaserniert, sie in Lager
sperrt, sie von privaten Sicherheitsdiensten bewachen läßt und damit deren
Willkür aussetzt, der hat jedes Recht verwirkt, sich hinterher überrascht zu
wundern, weshalb diese Lager als soziale Brennpunkte gelten. Durch aktives
Handeln hat diese Bundesregierung dazu beigetragen, daß eine AfD ein von der
breiten Masse der Bevölkerung getragenes Wahlkampfthema bekommen konnte.
Wenn jetzt dann auch noch die gleichen beteiligten Parteien
den Familiennachzug aussetzen wollen und gleichzeitig für ihre
Sondierungsergebnisse als besonders familienfreundlich erkannt werden wollen,
dann ist das der Gipfel des Perfiden. Entweder wir sorgen in den
Herkunftsländern dafür, daß Familienmitglieder keinen Grund mehr haben, in
andere Länder zu gehen oder wir lassen die Familienangehörigen zusammen finden.
Alles andere ist menschenverachtend, unchristlich und
unsozial, quasi CDU und CSU in einem.
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